Inhalte

Die drei- bis fünfjährige Ausbildung beinhaltet vier thematische Schwerpunkte:

I.) Theoretische Ausbildung

Innerhalb von drei Jahren absolvieren Sie 200 Stunden Grundlagen der Psychotherapie und 400 Stunden in der vertieften Ausbildung in Verhaltenstherapie. Die Seminare finden i.d.R. an einem Wochenende im Monat sowie während einer Kompaktwoche pro Ausbildungsjahr statt. Die Ausbildungsinhalte finden Sie im Curriculum.

II.) Praktische Tätigkeit

Die praktische Tätigkeit (PT) umfasst zwei Abschnitte:

Das Psychiatriejahr in einer Kinder- und jugendpsychiatrischen Klinik erstreckt sich mit 1200 Stunden über mind. ein Jahr. In dieser Zeit sind die AusbildungsteilnehmerInnen an der Diagnostik und Behandlung von mindestens 30 Patienten und ihren Bezugspersonen beteiligt. Die Dokumentation ist wichtiger Bestandteil dieser Phase.
Psychotherapeutisches Praktikum in einer Einrichtung der kinderpsychotherapeutischen/-psychosomatischen Versorgung oder in der Praxis eines Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder -psychiaters umfasst mindestens 600 Stunden.

Beide Tätigkeiten finden in anerkannten Einrichtungen statt und können zeitlich individuell gestaltet werden. Wir raten, die PT am Anfang der Ausbildung zu absolvieren, da eine Fallbehandlung erst in der zweiten Hälfte der Ausbildung gestattet ist.

III.) Praktische Ausbildung unter Supervision

Die Ausbildung sieht vor, dass Sie mindestens 10 verhaltenstherapeutische Krankenbehandlungen mit mindestens 600 Behandlungsstunden unter Supervision durchführen und dokumentieren, 60 Stunden davon optional als Gruppentherapien.

Die Supervision umfasst mindestens 100 Stunden in der Gruppe mit 3- 4 Teilnehmer/innen und mindestens 50 Stunden Einzelsupervision, wobei Sie drei unterschiedliche SupervisorInnen kennenlernen sollten. Video- und Tonbandaufzeichnungen, ergänzt durch Live-Beobachtungen, bilden die Grundlage der Supervision.
Um die Therapieanträge formell korrekt verfassen zu können, erhalten Sie ein zehnstündiges Antragscoaching.

Das Angebot des IVAH beinhaltet explizit, dass die eigene Fallbehandlung der Kandidaten prinzipiell an der Institutsambulanz des IVAH im Hans-Henny-Jahnn-Weg 51-53, 22085 Hamburg stattfindet.

Der Institutsambulanz für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ist eine Lehrpraxis assoziiert (Eppendorfer Weg; Leitung Frau Dipl.-Psych. Armour).

Darüber hinaus kooperieren wir mit der Lehrpraxis Forster / Schlüter im Kinder- und Jugendlichenpsychotherapiebereich (Leitung Dr. Forster und Dr. Schlüter), die ebenfalls der Institutsambulanz des IVAH assoziiert ist.

Weiterhin gibt es für den KJP Bereich als widerrufliche Ausnahmeregelung zurzeit die Möglichkeit bis zu 200 Therapiestunden der eigenen Fallbehandlung unter Supervision in folgenden Institutionen abzuleisten:

  • Klinikum für Psychiatrie und Psychotherapie Lüneburg
  • Universitätsklinik  Lübeck
  • Kinderkrankenhaus Wilhelmstift
  • Jugendpsychiatrischer Dienst Eimsbüttel (150 Std.)

In Bezug auf die Durchführung von Teilen der eigenen Ausbildung in den Lehrpraxen oder psychiatrischen Kliniken besteht kein Rechtsanspruch und es handelt sich um widerrufliche Ausnahmeregelungen. Das IVAH möchte seinen Ausbildungskandidaten prinzipiell ein einheitliches Ausbildungsangebot auch während der praktischen Tätigkeit anbieten. Daher ist es explizite Absicht unseres Ausbildungsangebotes, dass die Kandidaten den überwiegenden Teil ihrer eigenen Fallbehandlung in der Ausbildungsambulanz oder in einer der zwei Lehrpraxen durchführen, da wir so einheitliche Qualitätsstandards in Ausbildung, Therapiedurchführung und Supervision sicherstellen können.

IV.) Selbsterfahrung

Die 100 Stunden Selbsterfahrung dienen der Reflexion des eigenen therapeutischen Handelns in einer Gruppe (in der Regel 8 TeilnehmerInnen). Ziel ist u.a., mögliche Inkongruenzen zwischen Handlungsmotivation und Konsequenzen des Handelns zu erkennen und zu modifizieren.

Eine Besonderheit am IVAH stellt die Einzelselbsterfahrung dar (20 Stunden). Hier sollen  individuell-biographische Muster im Verhalten und Erleben identifiziert werden.

V.) „Freie Spitze“

Die „Freie Spitze“ ist ein offenes Stundenkontingent, das mit Vor- und Nachbereitung von Supervision und Therapiestunden gefüllt wird, also etwa mit Literaturstudium, Auswertung von Fragebögen oder Verfassen von Anträgen.